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1.       Ein Gutachter soll grundsätzlich weder im Gutachten noch in der mündlichen Verhandlung vor Gericht äußern, was er selber im zu begutachtenden Fall als Behandler getan hätte, da sich die Kriterien der Beurteilung objektiv am wissenschaftlichen Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Behandlung zu orientieren haben.

2.       Bei der Beurteilung von Befunden ist der Zeitablauf zwischen Behandlung und Begutachtung zu beachten.

3.       Nach erfolgter Veränderung der zahnärztlichen Leistungen durch Patient oder Nachbehandler ist die Kausalität eines Behandlungsfehlers nur noch bedingt beurteilbar.

4.       Grundlage der Beurteilung digitaler Röntgenbilder sollte grundsätzlich das ungefilterte Bild sein.

5.       Die Interpretation einer räumlichen Zuordnung oder Position von Implantaten ist im OPG mit Unsicherheiten behaftet.

6.       Die Beurteilung einer radiopaken Restauration ist im Röntgenbild allein in der Regel nicht möglich.

7.       Hinsichtlich der Beurteilung des Kronenrandes gibt es keine einheitliche wissenschaftliche Meinung. DGZMK und DGP haben hierzu keine Stellungnahme abgegeben. In jedem Fall soll der Gutachter die von ihm zugrunde gelegten Beurteilungskriterien detailliert darstellen, um ggf. eine entsprechende Bewertung seiner Aussagen zu einem späteren Zeitpunkt zu ermöglichen.

8.       Zu Indikationen für die Schnittbilddiagnostik mittels CT und DVT wird  auf die Stellungnahme der DGMKG (Indikationen zur Schnittbilddiagnostik in der MKG-Chirurgie (CT/DVT), S. Haßfeld, M. Kunkel, H.-P. Ulrich, W. Wagner, J.E. Zöllner, MKG-Chirurg 2008, 1: 148 – 151) verwiesen.
Die rechtfertigende Indikation ist zu beachten.
Da bislang keine evidenzbasierten Erkenntnisse auf Level A oder B vorliegen, kann eine DVT-/CT-Diagnostik nicht generell gefordert werden.

9.       Die Nichtanwendung von Cofferdam bei endodontischer Behandlung stellt nicht per se einen Behandlungsfehler dar.

10.     Das Konzept der „Bioästhetischen Zahnheilkunde“ (z.B. nach Lee) ist keine rechtfertigende Indikation für umfangreiche Zahnrestaurationen.

11.     Die Indikation für einen implantatgetragenen Zahnersatz im Bereich des 2. Molaren ist wie im übrigen Gebiß individuell zu beurteilen und kann nicht generell ausgeschlossen werden.

12.     Mit der Eingliederung einer zahnärztlichen Versorgung ist die Behandlung in der Regel  nicht abgeschlossen. Während der anschließenden Integrations-phase (Tragephase) hat der Patient eine Mitwirkungsplicht.

13.     Wird eine provisorisch eingesetzte Zahnersatzversorgung wieder entfernt, weil sie nachbesserungsfähige Mängel aufweist, ist bei einem nachfolgenden Behandlungsabbruch eine Teilleistungsabrechnung angezeigt.

14.      Eine präprothetisch bestehende CMD (Cranio-mandibuläre Dysfunktion) bedarf der diagnostischen und ggf.  therapeutischen Berücksichtigung.
Es gibt zur Zeit keine einheitliche und evidenzbasierte Behandlungsmethode bei CMD. Vor irreversiblen prothetischen Behandlungen sind jedoch probatorische Maßnahmen durchzuführen.
Bei einer CMD ist eine Beschwerdefreiheit nicht in allen Fällen zu erreichen.
Postprothetische Funktionsstörungen können auch durch vorausgegangene Therapiemaßnahmen  ausgelöst werden.

15.      Aufklärungen über extrem selten auftretende Risiken bei zahnärztlichen Behandlungen können notwendige Aufklärungen über bestehende Hauptrisiken  verwässern und ggf. von den Hauptrisiken ablenken. Die Aufklärungspflicht soll sich deshalb auf die wesentlichen, für den Patienten entscheidungsrelevanten Risiken beschränken. 

16.      Grundsätzlich besteht keine Aufklärungspflicht des Zahnarztes über  das Risiko einer Nervverletzung des N. alveolaris inferior oder des N. lingualis beim Setzen einer intraoralen Leitungsanästhesie im Unterkiefer, weil dieses Risiko sich als kausale  Folge extrem selten verwirklicht und es selbst in diesem seltenen Fall in der Regel zu keiner wesentlichen Einschränkung der Lebensführung kommt.
Nach Datenlage vorliegender Studien stellt die intraligamentäre Anästhesie meist  keine  gleichwertige  Alternative zur Leitungsanästhesie dar. Besonders zu Risiken der  intraligamentären Anästhesie liegen keine evidenzbasierten Studien vor. 

Stand: 10. 01. 2011

 
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